Guns n’ Roses Reunion

Was wohl niemand mehr für möglich hielt, wurde Wirklichkeit: Die Musikwelt stand Kopf, als Axl Rose, Duff McKagan und Slash am 6. Januar diesen Jahres verkündeten, wieder als Guns N‘ Roses gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Die früheren Streitigkeiten unter den Bandmitgliedern scheinen Geschichte zu sein.

Umso mehr glaubten die Fans an einen schlechten Scherz, als nur einen Tag vor dem ersten April Gerüchte laut wurden, dass Guns N‘ Roses im legendären Troubadour Club, westlich von Los Angeles, ihr erstes, gemeinsames Konzert seit Mitte der 90er Jahre geben würden. Und dies ausgerechnet in dem Club, wo die „Gunners“ mehr oder weniger ihre Karriere starteten.

Aprilscherz oder Fake?
Das war also die grundsätzliche Frage, die sich Fans und Anhänger stellten. Im Netz tauchten zwar erste Konzertplakate auf, die aber mit der vagen Ankündigung „Troubadour – Guns N‘ Roses Live – Sometime after 11pm“ für keine wirkliche Zuversicht sorgte. Obwohl die alten Songs der Band auf allen Radiofrequenzen liefen und das „angebliche“ Konzert heiss diskutiert wurde, gaben sich die lokalen Radiostationen im Grossraum Los Angeles äusserst bedeckt. Eine definitive Bestätigung, dass das Konzert stattfinden wird, gab es schlussendlich erst, als der Ticketverkauf im ehemaligen Plattenladen „Tower Records“ am Sunset Boulevard verkündet wurde. Ausgerechnet in dem Gebäude, wo Gitarrist Slash als Teenager einer seiner ersten Jobs hatte. Und siehe da: Die Werbeindustrie leistete ganze Arbeit. Das alte, heruntergekommene Gebäude am Sunset Strip wurde in den Originalzustand zurück versetzt und wie anno dazumal stand da in grossen roten Buchstaben der ehemalige Firmenname „Tower Records“. Die Fenster rund um das Gebäude waren mit schwarzer Folie zugeklebt und wurden mit dem allseits bekannten Guns N‘ Roses Logo verziert.

Riesiger Run auf die Tickets
Erst zwölf Stunden vor der Show, begann dann endlich der lang ersehnte Ticketverkauf. Der Ansturm war immens. Die Polizei, Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute mussten dafür sorgen, dass der Verkehr nicht ganz zum Erliegen kam. Immer mehr Fans aus allen Altersschichten fanden sich beim ehemaligen Plattenladen ein, um sich eines der heissbegehrten Tickets zu sichern. Auf Twitter und Facebook wurde im Sekundentakt live über die Geschehnisse berichtet und einige naheliegende TV-Sender brachten sogar einen Bericht in den Abendnachrichten. Viele Fans standen an diesem sonnigen und heissen Freitag satte fünf Stunden vor der eigentlichen Öffnungszeit geduldig vor dem „Tower Records“, da sie befürchteten, die Tickets könnten mehrheitlich in die Hände von ansässigen Celebrities oder VIPs fallen. Diejenigen, die auf den Vorplatz des Gebäudes vordringen konnten, kamen unweigerlich am Merchandising-Stand vorbei, wo die Dollar schneller als in einer Cafébar den Besitzer wechselten.

Back to the 80s
Wer es aber nach dem langen Anstehen unter der brennenden Sonne Kaliforniens endlich ins Gebäude geschafft hatte, wurde fürstlich belohnt. Denn es war mehr als nur ein langweiliger Ticketschalter. Man tauchte regelrecht ab in eine andere Welt und fühlte sich in die späten 80er Jahre zurückversetzt. Auf einer gigantischen Leinwand liefen Videoclips der Band. Links und rechts flankiert von zwei Poledance Stangen, wo leichtbekleidete Girls eine heisse Show zum Besten gaben. In der Mitte der Bühne stand eine originale Slash Gibson „Les Paul“-Gitarre. An den Wänden hingen Erinnerungsstücke aus der früheren BandÄra, wie zum Beispiel ihre goldenen und platinierten LPs, die die Rockband für Werke wie „Appetite for Destruction“ oder „Use your Illusion I & II“ erhielten. In Schaukästen waren Tour-Bücher und alte VIP-Pässe ausgestellt, sowie Fotos der ersten Live-Konzerte aus den Jahren 1987 und 1988. Die typischen Kulissen liessen erahnen, wie es dazumal vor und hinter der Bühne zu und her ging.

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